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Gurkenglas in den Pfandautomaten: Läutet der Ukraine-Krieg das Ende der Einwegflasche ein? | Veronika Pfender (Dotch)

Eine Allianz von 25 Unternehmen möchte mit Dotch von Einweg- und Mehrweggläsern umsteigen

Veröffentlicht am 17.09.2026 / 12:00

Anmerkungen

Vor gut 20 Jahren will die Politik Einwegverpackungen mit dem Dosenpfand vom Markt drängen. Doch der Handel hat andere Pläne. Speziell Discounter wie Aldi und Lidl steigen nicht um, sondern verzichten komplett auf Mehrweg und setzen stattdessen voll auf Einweg.


Durch den Ukraine-Krieg sind Einweggläser allerdings zum Kostenrisiko geworden. Glaswerke wurden zerstört, der Gaspreis stieg. Die Glasherstellung wurde teuer und unberechenbar. "Beim Iran-Krieg sehen wir dieselbe Entwicklung", sagt Veronika Pfender. Die Sandmafia tut ihr Übriges.


Pfender steuert das Unternehmen Dotch. Das Geschäftsmodell: Mehrweggläser für Essiggurken, Grillsoßen und Olivenöle entwerfen, verkaufen, einsammeln und reinigen.


Eine Allianz von 25 Unternehmen möchten ihr Angebot nutzen, darunter Kühne oder Feinkost Dittmann. Die Infrastruktur ist dank der deutschen Liebe zum Bier größtenteils vorhanden. Kunden sollen die Gurkengläser in Supermärkten und Discountern an denselben Pfandautomaten zurückgeben können wie Bier- und Wasserflaschen. Die entscheidende Frage ist: Spielt der Handel dieses Mal mit? 


Das schlagende Argument könnte sinkende Preise sein. "Sobald der Prozess steht, ist Mehrweg für den Handel genauso teuer wie Einweg und potenziell sogar günstiger", sagt Pfender. "Die Kosten für neue Einweggläser steigen ja."


Gast: Veronika Pfender, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin des Mehrweg-Dienstleisters Dotch