Wie retten wir Wirtschaft und Gesellschaft?
Netzpaket, EEG-Novelle und AgNes: Die widersprüchliche Regulierung von Katherina Reiche
Veröffentlicht am 20.08.2026 / 12:00
Benötigen Solaranlagen eine Förderung oder nicht? Das Energieunternehmen Enpal sagt, die Einspeisevergütung kann weg. Eigentlich. Das Bundeswirtschaftsministerium müsste lediglich den Flaschenhals des deutschen Energiesystems adressieren: "Wer eine Solaranlage in Betrieb nimmt, wartet zwölf Monate auf die Anmeldung durch den Verteilnetzbetreiber", sagt Markus Meyer. "Das wird in den Plänen von Frau Reiche nicht adressiert."
Der Cheflobbyist des Energieunternehmens spricht im Podcast von einer schizophrenen Situation. Der Branche sei eingebläut worden, ohne Förderung auszukommen. "Jetzt sind wir an diesem Punkt angelangt und dürfen nicht."
Die Lösung liegt Meyer zufolge auf der Hand. Der Straßenverkehr zeigt, was mit kluger Planung und digitalen Angeboten möglich ist: An vollen Straßen steuert man vorbei. Das ginge auch im Stromnetz.
Wie löst das Wirtschaftsministerium den Engpass? Es verbietet die Pkw-Zulassung, durch die sogenannte Wirkleistungsreduzierung. "Wir regeln pauschal alle Anlagen im ganzen Land um 50 Prozent ab, egal ob das Netz in dieser oder jenen Region betroffen ist oder nicht", sagt Meyer. "Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Die Regelung gilt 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr - auch wenn wenig Sonne scheint."
Die Leidtragenden sind die Verbraucher. Strom bleibt teurer als nötig. Durch die pauschale Abregelung wird aber auch die neue Einnahmequelle der Autobauer abgeräumt, das bidirektionale Laden.
Die weiteren Themen im Podcast:
Gast: Markus Meyer, Leiter Regulierung und Energiepolitik bei Enpal